Die Stabilisierung des deutschen Musikgeschäfts liegt überwiegend an den Verkaufserfolgen mit nationalem Repertoire. Vor allem bei Universal Music und Sony BMG trugen die Umsätze mit lokalen Signings zu schwarzen Zahlen bei, berichtet der „Spiegel“. Der nationale Anteil habe im Jahr 2004 bei den Alben 40 Prozent erreicht – allerdings verrät das Magazin nicht, ob es sich bei diesem Anteil um Umsatz oder Gewinn handelt.
In den Jahrescharts 2004 jedenfalls kommen Alben von deutschen Künstlern und Bands auf einen Anteil von gut 30 Prozent. Doch Universal verrät: Die Alben von Juli, Rammstein und Rosenstolz hätten im letzten Jahr allesamt mehr verkauft als z.B. der internationale Superstar Eminem. Dies habe sich deutlich in der Bilanz niedergeschlagen: Bei einem um ein Prozent gesunkenen Umsatz von rund 300 Mio. Euro habe man dennoch eine Rendite von mehr als zehn Prozent erzielen können.
Ein ähnliches Bild zeichnet auch Sony BMG. Die Verkäufe von Andrea Berg, Silbermond oder Oomph! hätten die Bilanz zuletzt wieder erheblich verbessert. Insgesamt habe der fusionierte Major bei einem Umsatz von rund 200 Mio. Euro einen Gewinn von 27 Mio. Euro gemacht. Der Löwenanteil daran – nämlich 20 Mio. Euro – ging dabei auf das Konto von BMG. Eine gewaltige Steigerung im Vergleich zum Jahr davor, als man nur acht Mio. Euro Profit machen konnte. Weniger gut steht im Vergleich Sony Music da: An den sieben Mio. Euro Gewinn dürften indes auch nationale Größen wie die Fantastischen Vier, Gentleman oder Laith Al-Deen ihren Anteil gehabt haben.
Was der „Spiegel“ nicht verrät: Auch andere Firmen konnten 2004 mit lokalen Künstlern glänzen. Bei Warner Music lieferten u.a. Dick Brave und die Beatsteaks gute Zahlen, bei EMI sorgten De Randfichten und Pur für einen ordentlichen Holzmichl, SPV brillierte dank eines Vertriebsdeals mit den Böhsen Onkelz und Sido dürfte Groove Attack ein gutes Jahr beschert haben.
Angesicht der wachsenden wirtschaftlichen Relevanz von Musik aus deutscher Produktion registriert das Nachrichtenmagazin indes Empörung über Schwarzmaler. Speziell Tim Renners öffentliche Analysen zur Lage des Musikmarkts kommen demnach in der Branche nicht besonders gut an. So wird ein ungenannter Plattenboss zitiert: „Der hat immer bloß von deutscher Musik geredet, aber selbst nichts auf die Reihe bekommen.“





