Recorded & Publishing

Abteilungsleiter Jochen Knieper führt Fnac-Gedanken fort: ProMarkt versorgt anspruchsvolle Kunden

Moderate Preise, guter Service und ein breites Backprogramm sorgen bei ProMarkt am Ku“damm für zufriedenstellende Umsätze. Abteilungsleiter Jochen Knieper erläutert im Gespräch mit musikwoche.de die Eigenheiten der Berliner Kundenwünsche.

“Der Berliner achtet auf den Preis“, weiß Jochen Knieper, Leiter der Tonträgerabteilung bei ProMarkt am Kurfürstendamm. Das Outlet gilt ihm als „Flaggschiff der Kingfisher-Gruppe“. Entsprechend genau hat Knieper die Preise anderer Anbieter im Blick: „In letzter Zeit hat die geballte Zahl der Mitbewerber den Preiskampf noch einmal verschärft. Aber wir gehen da mit und nutzen den Wettbewerb für die Werbung. Dadurch haben wir den Laden voll, und die Leute tätigen Anschlusskäufe. Da wir viel Backprogramm führen, trifft uns der Preiskampf nicht so hart.“ Doch über den Preis allein definiert sich ProMarkt am Ku“damm nicht: „Wir wollen uns durch Angebot, Dienstleistungen und Qualität der Mitarbeiter von anderen Mitbewerbern abgrenzen“, erklärt Knieper. Sein Anspruch ist es, ein breites Sortiment zu führen, das ein umfangreiches Jazz-Angebot, Importe und einen gepflegten Backkatalog beinhaltet: „Hier finden die Kunden CDs, die sie woanders nicht bekommen. Der Ku“damm war immer der Ort für Fachpublikum.“ Die CDs, die über die „Grundversorgung“ durch TMI hinausgehen, werden dabei gesondert bestellt: „Wir beziehen unsere Ware über den Großhändler und ergänzen sie mit Importen und Independent-Produkten.“

Besonderen Wert legt Abteilungsleiter Knieper auf geschultes Personal: „In Berlin kennt man sich eben. Wenn eine Stelle frei wird, suche ich Mitarbeiter, die ich bereits kenne. So arbeiten hier meist erfahrenere Leute, die diese Tätigkeit als Beruf akzeptieren und nicht als kurzfristigen Zwischenjob sehen, bevor sie Popstar werden. Das ist unser Vorteil.“ Positiv bewertet Knieper zudem, dass die Tonträgerabteilung Teil eines „technischen Kaufhauses“ ist. „Wir profitieren zum Beispiel von der Kooperation mit der HiFi-Abteilung, indem wir dort Präsentationen von DVDs und SACDs durchführen und diese Produkte dann auch verkaufen.“ Mit dem Umsatz ist er zufrieden, so dass Knieper nicht „ins allgemeine Gejammer der Branche“ einstimmt. Der Musikexperte kam vom deutschen Ableger des Kulturkaufhauses Fnac 1995 zu ProMarkt. „Bei Fnac erlebte ich die Blütezeit der CD, die sich damals hervorragend verkaufte. Das französische Fnac-Konzept wurde dem deutschen Markt jedoch nicht angepasst, also ging die Sache schief.“ Mit dem anspruchsvollen Sortiment führt er dennoch „den Faden von Fnac fort, freilich in einer anderen Umgebung“. Das größte Problem der Branche sieht Knieper in der Qualität der Musik. „Die guten Alben verkaufen sich, wie man sieht. Der Fehler ist, dass an jede Single sofort eine LP gekoppelt ist.“