Parallel zum Jahreswirtschaftsbericht präsentierte die deutsche Phonowirtschaft am 9. März in Berlin auch eine Zwischenbilanz im Kampf gegen die P2P-Piraterie. Dabei stellte die Musikbranche im vergangenen Jahr über die Hamburger Rechtsanwaltskanzlei von Clemens Rasch rund 400 Strafanzeigen und will weiter gegen Rechtsverletzer vorgehen.
Erst kürzlich erwischte es nach Informationen des Bundesverbands einen 51-jährigen Mann aus Lüneburg, der mehr als 8000 Musiktitel über eine P2P-Plattform im Internet angeboten hatte. Die Polizei beschlagnahmte die gesamte Computeranlage sowie mehrere hundert Datenträger. Der Musikpirat einigte sich mit den Rechteinhabern auf die Zahlung von Schadensersatz in Höhe von 15.000 Euro – die höchste Summe in den bisher abgeschlossenen Verfahren. Außerdem wurde der Mann in einem Strafbefehl zu 90 Tagessätzen je 25 Euro verurteilt und ist damit vorbestraft.
Die Schadensersatzforderungen der Rechteinhaber lagen in den bislang abgeschlossenen Fällen bei durchschnittlich rund 4.000 Euro. „Die Anfang 2004 eingeleiteten Rechtsverfahren gegen illegale Musikanbieter waren durchweg erfolgreich“, betont denn auch Gerd Gebhardt, Vorsitzender der deutschen Phonoverbände. „Es ist gelungen, die Aufklärung über die Illegalität auszuweiten und einen abschreckenden Effekt zu erreichen.“
Das zeigen auch Daten der aktuellen GfK-Brennerstudie, denen zufolge die Nutzung illegaler Musikangebote in Deutschland sinkt: Zwar wurden im Jahr 2004 in Deutschland immer noch fast 400 Mio. Musiktitel aus illegalen Quellen aus dem Internet heruntergeladen, das seien aber rund 200 Mio. weniger als im Vorjahr. Gebhardt ergänzt: „Die Strategie der Musikwirtschaft im Internet geht auf: Wir unterstützen legale Angebote und gehen gegen illegale Angebote konsequent vor.“






