Nach Siemens Energy ist CTS Eventim nun das zweite deutsche Investment des US-Unternehmens Ananym Capital. Ananym-Co-Gründer Charlie Penner sieht in dem Unternehmen einiges an Wachstumspotenzial. Durch Aktienrückkäufe, stabilere Managementstrukturen und mehr Transparenz könne CTS seinen Wert um 50 bis 100 Prozent steigern, betonte Penner auf dem 13D Monitor Active Passive Investment Summit.
Aktuell steht CTS Eventim bei einer Marktkapitalisierung von rund 6,1 Milliarden Euro bei einem Preis von zuletzt 63,60 Euro pro Aktie. Zwar konnte man mit diesem Preis bereits ein Wachstum von rund 20 Prozent seit Anfang Oktober hinlegen, allerdings kommt man lange nicht an die Werte von knapp 85 Euro heran, die das Bremer Unternehmen im November 2025 erreichte. Im Frühling vergangenen Jahres notierte die Firma um CEO Klaus-Peter Schulenberg sogar zeitweise bei über 110 Euro pro Wertpapier.
Seitdem musste CTS Eventim immer wieder eher schwache Geschäftszahlen vorlegen und trennte sich zuletzt vom CFO William Willms – seit 2020 bereits der dritte Finanzchef, der seinen Hut nehmen muss.
Charlie Penner von Ananym Capital hat auf jeden Fall einiges an Ideen, wie man CTS Eventim wieder nach vorne bringen könnte. Wenig überraschend kommt auch hier KI ins Spiel. Der US-Banker sieht CTS als zu zurückhaltend in Bezug auf die junge Technologie an. Vor allem aber will Penner wohl auf ein Aktienrückkaufprogramm pochen – dies würde laut ihm das Vertrauen in das eigene Geschäftsmodell nach außen bekräftigen.
Aber warum interessiert sich ein US-amerikanischer Investor eigentlich für ein deutsches Live-Unternehmen? Auch darauf hatte der Chef der Private-Equity-Firma eine Antwort: „Man kann tatsächlich Geld verdienen, indem man den Menschen eine Auszeit gönnt. In diesem Fall geht es darum, echten menschlichen Kontakt zu knüpfen.“
Es bleibt abzuwarten, ob die Beteiligung von Ananym groß genug ist, um diese Änderungen in den Geschäftsprozessen der CTS Eventim tatsächlich durchzubringen, und was dies dann für die Belegschaft des Unternehmens bedeutet. Schließlich beschäftigt die Bremer Firma weltweit rund 5200 Menschen.






