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Gastkommentar Ruben Meiland: „Weiterverkauf funktioniert, wenn man es richtig macht“ 

In einem exklusiven MusikWoche-Text spricht Ruben Meiland, Chief Product & Technology Officer TicketSwap, warum ein gesundes Weiterverkaufs-Ökosystem wichtig ist und welche Rolle die Veranstaltungsbranche dabei spielt. 

Ende des Jahres 2025 kündigte die britische Regierung Pläne an, den Weiterverkauf von Tickets für Konzerte, Theater, Sportveranstaltungen und andere Live-Events zu einem Preis über dem ursprünglichen Verkaufspreis als illegal einzustufen. Die Maßnahme war Teil umfassender Bemühungen, die Preistreiberei einzudämmen. Politische Maßnahmen wie diese sind heutzutage keine Seltenheit mehr. Schlagzeilen über Verbote und Razzien spiegeln die echte Frustration von Fans, Künstler:innen und politischen Entscheidungsträger:innen gleichermaßen wider. Wer den wild wuchernden Ticketweiterverkauf regulieren will, tut gut daran, den Fokus auf den Schutz des Fanerlebnisses zu legen. 

Doch beim Schutz der Fans geht es nicht nur darum, die Preise zu begrenzen. Die strukturellen Schwächen, die Missbrauch und Betrug begünstigen, gilt es ebenso zu beseitigen. Ein gut funktionierender Wiederverkaufsmarkt ist deshalb von Grund auf transparent und sicher. Die Preise sind begrenzt, Verkäufer:innen werden überprüft, Gebühren sind von Anfang an klar ersichtlich und die Tickets können sicher übertragen werden. Das ist keine Theorie. Es ist das Modell, das wir bei TicketSwap vor mehr als dreizehn Jahren entwickelt haben. Es zeigt, dass der Weiterverkauf von Tickets das Live-Ökosystem sogar stärken kann, wenn er verantwortungsbewusst gestaltet wird. 

Wenn die Struktur fehlt, steigt das Risiko 

Der Weiterverkaufsmarkt existiert, weil Live-Veranstaltungen im realen Leben stattfinden – und sich das nun mal nicht immer an einen perfekten Zeitplan hält. Menschen planen Monate im Voraus. Prioritäten verschieben sich. Ein Ticket ist nicht nur ein simples Produkt, das man kauft – es steht für Vorfreude und ein gemeinsames Erlebnis. Wenn jemand aus welchen Gründen auch immer nicht mehr daran teilnehmen kann, sollte es eine sichere Möglichkeit geben, dieses Ticket weiterzugeben. Plattformen wie TicketSwap bieten genau dafür eine sichere Struktur und ermöglichen es den Fans, ihre Tickets gefahrlos und unter klaren Bedingungen zu tauschen. Verifizierte Verkäufer:innen, kontrollierte Preise und sichere Übertragungen gewährleisten dabei, dass die Tickets echte Fans erreichen. 

Ein gesundes Weiterverkaufs-Ökosystem ist allerdings nicht nur für Fans gedacht. Veranstaltende sind keine Zaungäste im Wiederverkaufsprozess, sie sind ein unverzichtbarer Teil davon. Die Regeln, die sie festlegen, und die Systeme, auf die sie setzen, bestimmen, wie Tickets nach dem Erstverkauf weitergegeben werden. Wenn Veranstaltende Teil des Systems sind, wird der Wiederverkauf vorhersehbarer und steht im Einklang mit der Absicht der Veranstaltung. Preisgrenzen können eingehalten, Übertragungen kontrolliert und die Transparenz über die Besucher:innenzahlen gewahrt werden. 

Für Veranstaltende bedeutet das: weniger leere Plätze, bessere Einblicke in das Publikum und größeres Vertrauen in den Ticketumlauf. Wenn diese Bedingungen gegeben sind, wird der Weiterverkauf zu einem verlässlichen Bestandteil des Systems. Ohne sie stößt das Risiko in diese Lücke. 

Einen Weiterverkauf gestalten, der für alle funktioniert 

In der Praxis lassen sich diese Prinzipien in klare Regeln umsetzen. Bei TicketSwap sind die Weiterverkaufspreise begrenzt: In Deutschland dürfen Tickets nur zu einem Preis von bis zu 20 Prozent über ihrem ursprünglichen Wert weiterverkauft werden. Das verhindert extreme Preisaufschläge und bewahrt gleichzeitig die Flexibilität für Fans. Jedes Ticket wird vor dem Weiterverkauf überprüft. So wird das Risiko von Duplikaten oder ungültigen Einträgen verringert. Transparenz ist dabei fest im System integriert: Der Gesamtpreis, einschließlich der Gebühren, ist im Voraus sichtbar. 

Dieses System hängt auch von der Zusammenarbeit mit Veranstaltenden und Ticketpartner:innen ab. Durch die Integration mit primären Ticketanbietenden findet der Weiterverkauf in kontrollierten Umgebungen statt, in denen Transfers sicher sind, Betrug reduziert wird und die Veranstaltenden den Überblick behalten. Der Weiterverkauf steht nicht mehr außerhalb des Systems – er wird Teil davon. 

Vertrauen entsteht durch Struktur 

Live-Entertainment ist Vertrauenssache: Wenn der Weiterverkauf transparent und gut verwaltet ist, wird dieses Vertrauen gestärkt. Es sorgt für ausverkaufte Veranstaltungen, reduziert No-Shows und stellt sicher, dass die Tickets echte Fans erreichen, anstatt in undurchsichtigen Kanälen verschachert zu werden. Das ist kein Zukunftsszenario – es existiert bereits. Durch die Zusammenarbeit mit Plattformen wie TicketSwap können Veranstaltende ihre Kontrolle über den Erstverkauf hinaus ausweiten und gleichzeitig die Zugänglichkeit für Fans gewährleisten. Innerhalb dieses Rahmens legen sie fest, wie der Weiterverkauf für ihre Veranstaltungen funktioniert. Das ist die Alternative zu pauschalen Beschränkungen – eine Alternative, die seit 13 Jahren funktioniert.

Text: Ruben Meiland