Fortyfy Music und Keine Halben haben am 17. September beim Reeperbahn Festival gemeinsam die Veranstaltung „Shooting Stars“ ausgerichtet. Im Hamburger Twentyfive Club kamen rund 400 Gäste zu einer von Gizeh gesponserten Empfangsparty und einem Showcase zusammen.
Am Nachmittag fand zuvor eine Konferenz-Session von Fortyfy unter dem Titel „After Streaming – Who Owns The Music Business Next“ statt. Christoph Martius (Cugate AG) moderierte die Diskussion zwischen Michael Hasler (Juice/Orbit), Verena Bößmann (Dunstan Music) und Imke Machura (Raketerei) darüber, wie Artists und Labels mehr Kontrolle über Daten, Preisgestaltung und Einnahmen zurückgewinnen könnten.
Hasler führte aus, dass die großen Streamingplattformen nicht nur Vertriebswege seien, sondern zugleich Communities und Nutzerdaten kontrollierten, wodurch echte Monopolstellungen entstünden. Bößmann betonte, dass die Preise und Vergütungen allein von Tech-Konzernen und nicht von den Rechteinhabern selbst bestimmt würden. Der Fokus solle auf direkten Fan-Daten liegen, etwa aus Newslettern oder der Live-Community, da Kennzahlen wie „Monthly Listeners“ kaum Aussagekraft besäßen. Machura wies auf die Realität vieler Künstler hin: Zeitmangel, fehlendes betriebswirtschaftliches Wissen und Care-Arbeit erschwerten den Aufbau eigener Strukturen.
Als möglichen Ausweg stellte Hasler die von Fortyfy mitentwickelte Plattform Orbit vor. Das Framework ermögliche eigene, markenfähige Channels mit individueller Preisgestaltung sowie eine Auszahlung von bis zu 80 Prozent der Erlöse in nahezu Echtzeit. Als Beispiel nannte er einen afrikanischen Künstler, dessen monatliches Einkommen sich durch den Wechsel zu Orbit von rund 25 auf etwa 100 Dollar erhöht habe. Einig war sich die Runde, dass die Diskussion um Dezentralisierung sowie die Frage, wie sich neue Modelle mit bestehenden Vertriebsverträgen vereinbaren lassen, erst am Anfang stünden.
Den musikalischen Abschluss bildete am Abend die Reception & Showcase im Twentyfive Club. Auf der Bühne standen Yola, Okfella, Charlize, Sadi und Cherice sowie weitere Special Guests, musikalisch geleitet von Kronsberg. Die letzte Stunde übernahm Jtothek. Fortyfy und Keine Halben kooperieren bereits seit Herbst 2025 und feierten beim Reeperbahn Festival nun erstmals gemeinsam eine eigene Reception und einen Showcase.






