“Unter dem Motto ‚Forever Legit?‘ hat das Reeperbahn Festival in diesem Jahr die Zukunftsfähigkeit der Musikbranche in den Mittelpunkt gestellt“, lässt der BDKV wissen. Entsprechend habe der Verband den Blick dabei vor allem auf die nächste Generation gerichtet: als Publikum, als Artists und als Fachkräfte von morgen. Die Voraussetzungen würden optimistisch stimmen, so der Verband weiter, und verweist darauf, dass rund 70 Prozent der 18- bis 29-Jährigen Live-Musik eine hohe Bedeutung beimessen, 80 Prozent ihr Geld lieber für Erlebnisse als für Dinge ausgeben und 93 Prozent gezielt reale Erfahrungen als Gegenpol zur digitalen Welt suchen.
„Junge Menschen haben große Lust auf Live“, sagt Johannes Everke, Geschäftsführer BDKV. „Das zeigen aktuelle Studien sehr deutlich. Gerade vor dem Hintergrund der angespannten Branchensituation müssen wir das als Chance nutzen. Es geht uns darum, früh Zugänge zu Musik und Kultur zu ermöglichen, berufliche Perspektiven sichtbar zu machen und die Artists von morgen aufzubauen. Das Reeperbahn Festival bringt jedes Jahr die Köpfe zusammen, mit denen das gelingen kann. Hier sind neue Talente ebenso sichtbar wie internationale Unternehmen und aus Begegnungen entstehen ganz konkret neue Geschäftsbeziehungen. Das Festival ist damit nicht nur kulturell, sondern auch wirtschaftlich ein wichtiger Treffpunkt unserer Branche.“

Mit Blick auf die weitere Entwicklung des Reeperbahn Festivals ergänzt Everke: „Die aktuelle Diskussion über die künftige Bundesförderung zeigt zugleich, dass wir uns damit beschäftigen müssen, wie ein international bedeutender Branchentreff dieser Größenordnung langfristig aufgestellt sein kann. Dabei müssen neben seiner kulturellen Bedeutung auch seine Funktion als Wirtschaftsfaktor und internationaler Marktplatz eine Rolle spielen.“

Die Zukunftsthemen der Branche spiegelten sich auch in den Aktivitäten des BDKV und seiner Foren auf dem Reeperbahn Festival wider. So vermeldet der Verband einen Rekordandrang beim Future Talents Day. Rund 70 Schülerinnen meldeten sich für den diesjährigen Future Talents Day an und sorgten damit für einen neuen Rekord. BDKV und EVVC setzten die Initiative des Forum Veranstaltungswirtschaft gemeinsam um und brachten die Schülerinnen direkt mit Branchenprofis und unterschiedlichen Berufsbildern und Einstiegswegen zusammen.
Auch beim Hamburger Musikdialog auf Einladung des Ersten Bürgermeisters Peter Tschentscher und des Senators für Kultur und Medien Carsten Brosda stand die nächste Generation im Mittelpunkt. So ging es bei der Veranstaltung im Rathaus um musikalische Bildung und frühe Zugänge zu Musik als Grundlage für das Publikum, die Artists und die Fachkräfte von morgen.

Beim eigenen BDKV-Panel diskutierten Christian Gerlach (Neuland Concerts), Inga Esseling (FKP Scorpio) und Daniela Stork (D.Live) mit Everke darüber, wie Booking-Entscheidungen zwischen Daten, Erfahrung und Bauchgefühl entstehen. Ergänzend standen beim Panel des Forum Musikwirtschaft die Entwicklung der Stars von morgen und bei den Panels des Forum Veranstaltungswirtschaft der Aufbau starker Communitys sowie neue wirtschaftliche Perspektiven für Clubs auf dem Programm. Auch beim Thema Ticketzweitmarkt brachte sich Everke in die Diskussion ein und sprach mit Vertreter:innen von TicketSwap und Loft Concerts darüber, wie Veranstaltende den Weiterverkauf aktiv steuern und Fans besser schützen können.
Zudem gingen weitere Live-Panels über die Bühne. Dazu gehörten die Runden „Wer glaubt zuerst an den Act? Booking-Entscheidungen zwischen Bauchgefühl, Daten und Risiko“, „Reaching For The (Next) Stars: Strategischer Aufbau erfolgreicher Künstlermarken durch Artist- und Audience Development“, „Community is Key: Warum Reichweite keine Währung mehr ist und wie ich meine Community aktiviere“ und „Schutz für Marke, Fans und Artists: Wie Veranstaltende den Ticket-Zweitmarkt aktiv steuern“.

Beim Reeperbahn Festival machte der BDKV auch noch einmal auf die jüngst herausgegebenen „Elf Positionen für eine starke Musikwirtschaft“ aufmerksam. Mit den „Elf Positionen für eine starke Musikwirtschaft in Deutschland“ legte das Forum Musikwirtschaft seine aktuelle politische Agenda vor. Die Forderungen reichen von musikalischer Bildung und kultureller Teilhabe über wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen bis zu Künstlersozialkasse, Selbstständigkeit, Schallschutz und einem flexibleren Arbeitszeitgesetz. Passend dazu brachte die traditionelle Reception „Good Morning Musikwirtschaft“ am Donnerstagmorgen Mitglieder, Partner und Branchenvertreter:innen zum Austausch in den B2Beergarden am Spielbudenplatz zusammen.
Beim Helga! Festival Award übernahm der BDKV erstmals die Patenschaft für eine Kategorie. Als „Mein größtes Vorbild“ wurde das Fusion Festival ausgezeichnet, dem der BDKV ebenso wie allen weiteren Preisträger:innen herzlich gratuliert.






