Der New Yorker R&B-Künstler Maxwell und der norwegische Pianist Tord Gustavsen, aber auch der weiße Bluessänger Anderson East aus Alabama und der Tenor Christoph Prégardien wurden mit dem Jahrespreis 2016 der Kritikervereinigung Preis der deutschen Schallplattenkritik e.V. (PdSK) ausgezeichnet.
Insgesamt hatten die Kritiker 113 Produktionen, die in den letzten 18 Monaten auf den Markt kamen, als herausragend evaluiert und für die Longlist nominiert. Der Jahresausschuss des PdSK hatte dann die Qual der Wahl, aus dieser Longlist die elf Besten zu küren. Dabei sollte die repräsentative Bandbreite an Musiksorten, wie sie der PdSK Quartal für Quartal beobachtet und bewertet, immer noch aufscheinen. Unter so findet sich unter den Jahrespreisen Neues neben Altem, eine Verdi-Oper neben einem Soul-Blues-Debut, Jazzpoesie neben Schubert-Liedern, Trommelgesänge neben Hördramen.
Alle Jurybegründungen finden sich auf der Webseite des PdSK (www.schallplattenkritik.de/jahrespreise). Die Jahrespreise sind, neben „Nachtigall“ und Ehrenpreis, die höchsten Auszeichnungen, die der PdSK zu vergeben hat. Die Ehrenpreisträger 2017 sowie der Gewinner der „Nachtigall“ 2017 werden zeitnah im neuen Jahr verkündet.
Dem Jahresausschuss des PdSK e.V., dem es obliegt, Jahres- und Ehrenpreisträger sowie den „Nachtigall“-Preisträger zu ermitteln, gehören in wechselnder Besetzung bis zu elf Fachjuroren an. Im Jahresausschuss 2016 wirkten mit: Susanne Benda (Jury Chormusik, „Stuttgarter Nachrichten“), Eleonore Büning (Jury Kammermusik, „F.A.Z.“), Sabine Fallenstein (Jury Cembalo & Orgel, SWR), Michael Kube (Jury Orchestermusik, freier Autor, u.a. „Fono Forum“), Joachim Mischke (Jury Filmmusik, „Hamburger Abendblatt“), Jan Reichow (Jury Traditionelle ethnische Musik, WDR), Wolfgang Schiffer (Jury Hörbuch, freier Autor, WDR), Werner Stiefele (Jury Jazz I, freier Autor, u.a. „Stuttgarter Zeitung“), Jörg Wachsmuth (Jury R&B, Soul und HipHop, freier Autor, u.a. für rap2soul.de), Heinz Zietsch (Jury Grenzgänge, „Darmstädter Echo“, freier Autor) sowie beratend Vorstandsmitglied Manfred Gillig-Degrave (Jury Alternative, MusikWoche).
Die Jahrespreise 2016 gehen an:
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den Chordirigenten Hans-Christoph Rademann und seinen Dresdner Kammerchor für ihr waghalsiges Unterfangen, sämtliche Vokalwerke von Heinrich Schütz mit hervorragenden Solisten und auf historisch informierter Textbasis aufzunehmen, vor allem für die 2016 neu erschienene Johannespassion (Carus/Note1)
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an den norwegischen Pianisten Tord Gustavsen, der sich für sein Album „What Was Said“ mit melancholisch zarten Übermalungen heimatlicher Kirchenhymnen mit dem Perkussionisten Jarle Vespestad und Sängerin Simin Tander zusammentat (ECM/Universal)
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an Hörspielautor Ben Neumann und Regisseur Christoph Kalkowski für die reich ausgestattete, fulminant besetzte Hörspielproduktion von Jewgenij Samjatins Zukunftsroman „Wir“ (Audio Verlag)
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an den Dirigenten Pablo Heras-Casado, das Freiburger Barockorchester, die Geigerin Isabelle Faust, den Cellisten Jean-Guihen Queyraz sowie den Pianisten Alexander Melnikov für ihr innovatives Robert-Schumann-Projekt mit sämtlichen Trios und Konzerten (harmonia mundi)
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an den New Yorker R&B-Künstler Maxwell für den zweiten Teil seiner Trilogie, „black SUMMERS‘ night“ (Sony Music)
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an den russischen Ausnahmepianisten Grigory Sokolov für den Salzburger Livemitschnitt eines Konzerts mit Beethovens Hammerklaviersonate und späten Schubert-Stücken (DG/Universal Music)
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an den Dirigenten Antonio Pappano für seine neue Maßstäbe setzende Studioeinspielung der Oper „Aida“ von Giuseppe Verdi, mit herausragenden Solisten wie Anja Harteros und Jonas Kaufmann (Warner Classics)
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an den jungen weißen Bluessänger Anderson East aus Alabama für sein erstaunliches erstes Album „Delilah“ (Electra/Warner Music)
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an den Tenor Christoph Prégardien und den Pianisten Julius Drake für ihre entspannt meisterhafte Schubertlesart auf dem Album „Poetisches Tagebuch“ mit den raren Schulze-Liedern (Challenge/New Arts International)
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an die Berliner Musikethnologin Edda Brandes, die für das kleine Entdeckerlabel Benkadi die unerhörten Töne der traditionellen Musikformen Mauretaniens in Ton und Bild einfing (www.benkadi.org)
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an den Akkordeonisten Teodoro Anzellotti und den Violaspieler Christophe Desjardins, die auf ihrem Album „… of waters making moan“ sechs zeitgenössische Kompositionen – von Hans Zender, Rebecca Saunders, Gérard Pesson, Marco Stroppa und Jonathan Harvey – in Ersteinspielung vorstellen.






