Viermal im Jahr empfehlen die Juroren beim Preis der deutschen Schallplattenkritik e.V. (PdSK) die herausragenden Produktionen der vergangenen drei Monate. Das Ergebnis ist die Bestenliste: ein Kompass für Qualitätsmusik.
Die Bandbreite der Genres, Klänge und Farben ist auch bei der zweiten Bestenliste für 2017 wieder einmal enorm. Die Palette der ausgezeichneten Produktionen reicht vom Album „Gods Of Violence“ von Kreator, das bei der Jury für Hard & Heavy am besten abschnitt, über die Jazzpianistin Aki Takase bis hin zum polnischen Pianisten Piotr Anderszewski, der mit seinem „Fantasies“-Recital einen logisch gestalteten Bogen von Mozart zu Schumann schlägt und bereits zum fünften Mal auf einer Bestenliste steht.
Insgesamt sichteten 155 Juroren aus 32 Fachjurys die Neuerscheinungen von Ton- und Bildtonträgern im vergangenen Quartal. Sie nominierten 256 Produktionen für die Vorauswahl, aus der es 27 Titel auf die Bestenliste schafften.
Auf dieser Bestenliste findet sich zum Beispiel das Album „Camping“ (Trocadero/Indigo) von der Münchner Indie-Frauenband Candelilla, das von der Alternative-Jury empfohlen wird und über das MusikWoche schrieb: „Candelilla schlagen hier die Brücke vom Kopf zum Körper und lassen dabei in ihren Songs nicht locker. Und weil das am Ende ganz und gar nicht verkopft wirkt, ist ‚Camping‘ so stark geworden.“
Oder das Album „Process“ des britischen Sängers und Komponisten Sampha (XL/Beggars Group/Indigo), vorgeschlagen von der Jury Electronic & Experimental, die in ihrer Begründung schreibt: „Die Soundästhetik bringt naturalistisches Pianospiel mit hypermodernen Grime- und R&B-Klängen zusammen. Und die markante, sanfte Stimme von Sampha zeugt emotional eindringlich von der zutiefst menschlichen Fähigkeit, inneren Schmerz in Schönheit zu verwandeln.“
Die Liedermacher-Jury entschied sich für „Dazumal – Europeana“ von Johan Meijer (Nederossi), und bei den Blues-Juroren machte Big Daddy Wilson mit „Neckbone Stew“ (Ruf Records/in-akustik) das Rennen.
Außerdem unter den Besten der Besten im zweiten Quartal 2017: Singer-Songwriter Seth Lakeman, Soul-Sänger Omar Lye-Fook, Akkordeonist Richard Galliano, Komponist und Sänger Theo Bleckmann, die NDR Radiophilharmonie unter Andrew Manze mit Mendelssohn-Symphonien, das SWR-Vokal-Ensemble unter Marcus Creed mit Chormusik aus Finnland, zwei Livemitschnitte der innovativen Münchner Konzertreihe „Musica Viva“, das französische Kammermusikensemble La Rêveuse, die Oper „Persée“ von Jean-Baptiste Lully mit Le Concert Spirituel unter Leitung von Hervé Niquet sowie der Einakter „Uthal“ von Étienne-Nicolas Méhul mit Les Talens Lyriques unter Leitung von Christophe Rousset.
Die komplette aktuelle Bestenliste mit den Begründungen der Jury findet sich online und als PDF-Dokument unter www.schallplattenkritik.de






