1000 Gäste sollen es gewesen sein, als die GEMA in den Atelier Gardens in Berlin zur Eröffnung der Mitgliederversammlung traditionell zum Mitgliederfest lud. Das klingt zunächst beinahe abstrakt, MusikWoche hörte – ganz schlicht – von dem wohl am besten besuchten Mitgliederfest der jüngeren Geschichte.
Als Ehrengast reiste auch in diesem Jahr wieder Michael J. Jacobson aus New York an, der Sohn von Fred Jay und dessen Witwe, Mary Jay-Jacobson, die den Preis 1989 gestiftet hat. In seiner Grußbotschaft verwies Jacobson auf einen Preisträger, der künstlerisch keine Grenzen zu respektieren scheine, was er zudem als „ein Zeichen unserer Zeit“ wertete. Schließlich würden derzeit überall Grenzen fallen, ob im Internet, zwischen Staaten, „zwischen liberaler und radikaler Politik“ oder auch „zwischen Nachrichten und Fake News“. Während diese Entwicklungen aber „viel Angst und Chaos“ verursachen würden, sei eine Verschiebung von Grenzen in der Kunst doch eher positiv, meinte Jacobsen. So habe er auch von einer Kontroverse in der deutschen Musikszene über U-Musik und E-Musik gehört. Ohne sich einmischen zu wollen glaube er, dass es auch hier immer schwieriger werde, eine klare Grenze zu ziehen. Jan Plewka, so knüpfte er an seinen roten Faden an, sei in seiner vielseitigen Arbeit ein Beispiel für den Trend zu Grenzüberschreitung im positiven Sinne.
Die Laudatio auf den bereits vorab verkündeten Preisträger hielt anschließend Johannes „Hannes“ Gwisdek, der an ein erstes Treffen mit Jan Plewka in Wien erinnerte und an die eigene Nervosität, damals: „Als ich jung war, haben in meinem Umfeld viele Selig gehört“, sagte der 1980 geborene Gwisdek. Daher sei Jan Plewka „ein wichtiger Name in meiner Generation“. Gwisdek lobte den Preisträger als „umtriebig“, da er nicht allein als Texter und Sänger aktiv sei, sondern auch als leidenschaftlicher Maler und Schauspieler: „Wenn das Leben eine Leinwand wäre, wärst du auf jeden Fall eine Farbe, die wir nicht vermissen wollen.“ Der Preisträger selbst zeigte sich sichtlich gerührt, die Freude über die Auszeichnung sei bis in die letzten Reihen zu spüren gewesen, war zu hören.
Durch die Verleihung des Awards führte als Moderator der Jurysprecher und ehemalige Fred-Jay-Preisträger Tobias Reitz, der unter anderem die Entscheidung im Dialog mit Jurymitglied Diane Weigmann erläuterte. Weigmann sang dann beim Preisträgerkonzert im Duett mit Jan Plewka, der den Auftritt zuvor mit einem Titel von Hannes Wader eröffnete („Heute hier, morgen dort“); anschließend kam auch Selig-Mitbegründer Christian Neander hinzu.
Manche Mitglieder hielten es noch bis um 2.00 Uhr beim Fest aus.






