“Wir lassen Vinyl nicht sterben“, erklärt Christian Fehlau, neben Uwe Kohlwes Firmengründer und Besitzer von Discomania Distribution (DMD), im Gespräch mit MUSIKWoche. „Denn Dance ist eine körperliche Musik, zu der auch zukünftig ein physischer Tonträger gehören wird.“
Mit diesem Konzept feiert DMD im Oktober sein 15-jähriges Bestehen. „Im Vinyl- und Trendbereich haben wir uns in dieser Zeit zum Marktführer der deutschen Dance-Musikbranche entwickelt. Als Im- und Exporteur arbeiten wir mit allen wichtigen Platten- sowie Musikgeschäften zusammen und bieten unseren weltweit über 1000 Kunden wöchentlich eine umfangreiche Palette internationaler und nationaler Tracks aus den Genres House, R’n’B, HipHop, Techno und Trance an.“ Mitte der 80er-Jahre sammelten Fehlau und Kohlwes rare Dance-Stücke, die sie europaweit einkauften und dann über selbstproduzierte Musicassetten vertrieben.
Daraus entwickelte sich das heutige Unternehmen, das zur Zeit 60 Mitarbeiter beschäftigt und weiter expandieren will. „Wir rechnen auch für die nächsten Jahre mit steigenden Umsatzzahlen, vor allem weil unsere deutschen Exklusiv-Labels im Ausland immer größere Anerkennung finden. In den USA erreichen unsere Titel mittlerweile enorme Verkaufszahlen“, erläutert Fehlau. „In Deutschland legen zudem die Major-Firmen wieder mehr Wert auf Vinyl und im Handel wachsen die Schallplatten-Ecken beständig.“
Den Marktführer-Anspruch von DMD begründet er mit den die Deutschen Dance Charts (DDC), bei denen „70 bis 80 Prozent der gelisteten Tracks bei uns im Vinylvertrieb sind.“ Bei den Verkäufen verweist DMD auf Zahlen, die bei Toptiteln oft jenseits der 10.000 liegen – „The Launch“ von DJ Jean ging 13.000-mal, „Polarstern“ von Der 3. Raum gar 23.000-mal über die Ladentische. „Trotzdem haben wir die möglichen Absatzzahlen noch nicht ausgereizt. Wir wollen die Vertriebswege noch verbessern, damit zu allen Zeitpunkten der Nachfrage immer genügend Produkte in den Läden stehen.“ Seit 1990 vertreibt das Unternehmen exklusiv eigene Labels und veröffentlicht Schallplatten auf der Eigenmarke DMD. Zu den wichtigsten Labels im Vertrieb gehören BXR Media, Cause & Effect, Sony Dance Division, Drehscheibe, edel Club Tools, Gang Go, Kontor, Kosmo, Orbit, Overdose, Tracid Traxxx, Urban DJ, Universal Records und Zeitgeist.
Ausgewählte CD-Veröffentlichungen ergänzen die unternehmerischen Aktivitäten. So übernahm Discomania im August 2000 den exklusiven Vertrieb einiger CD-Serien von Café Del Mar (MUSIKWoche berichtete in Heft 37/2000). Darüberhinaus bietet DMD auch Merchandising, Zeitschriften, DJ-Zubehör und eine wöchentlich aktualisierte Webpage, die neben News, Charts, einem Chat-Raum und Gewinnspielen einen Link zu einem Mailorder-Servivce enthält.






